Auswilderung nicht am Fundort / Säuglinge

Wo?

Grundsätzlich ist der beste Auswilderungsort der Fundort. Dort sind dem Igel alle Gegebenheiten bekannt.

Doch manchmal besteht am Fundort Gefahr für sein Leben, etwa an stark befahrenen Straßen, oder wurde durch Baumaßnahmen sein Lebensraum zerstört.

Dann muß ihm ein neuer, igeltauglicher Raum angeboten werden. Genügend Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung sollten dort vorhanden sein. 

Nicht geeignet sind Wälder oder steile Hanglagen, sowie feuchte oder felsige Böden, Flußufer, Orte mit zu erwartenden Bauvorhaben,  sowie Gegenden, in denen häufig freilaufende, jagdfreundliche Hunde unterwegs sind.

Wie geht man vor?

Da ihnen ihre neue Heimat noch unbekannt ist, bietet sich ein Außengehege an. Als Standort wählt man einen mit Gras bewachsenen Platz, der durch Büsche oder Bäume beschattet ist. 

Die Grundfläche sollte mindestens 4 qm betragen und 50 cm Höhe haben. Um Ausbrüche zu verhindern, legt man rund um das Gehege Steine oder Bretter, oder läßt den Zaun 15 cm in den Boden ein. Man kann manche Außengehege mit Ausbruchschutz erwerben.


Bei trockenem Wetter setzt man den Igel in der Abenddämmerung in sein neues Nest oder Haus, bietet ihm abends frisches Wasser und Nahrung an.

Man gibt ihm etwa 14 Tage Zeit sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen und öffnet dann das Freigehege. Alles andere beläßt man an Ort und Stelle und bietet weiterhin Wasser und Nahrung an. So kann der Igel ohne Streß seinen neuen Lebensraum erkunden und gleichzeitig in das gewohnte Reich zurückkehren, was nicht selten angenommen wird.

Merkt man, daß er sich verabschiedet hat, wird das Gehege entfernt, idealerweise aber ganzjährig Nahrung und Schlafplatz angeboten.

Der Igel wird es schätzen und seine Freunde gleich mit einladen! 

Säuglinge

Säuglinge und Jungigel (unter 200 g beim Fund ), die in menschlicher Obhut waren, haben kaum bis gar keine Freilanderfahrung. So dient ihnen das Freigehege praktisch als Trainingscamp. Sie lernen dort, selbst nach natürlicher Nahrung zu suchen. Man kann sie beobachten, wie sie in der Wiese nach Käfern graben und erbeuten. Außerdem trainieren sie ihre Muskeln und werden in diesen 2 Wochen gut auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Während dieser Zeit werden sie jeden Tag genauso gefüttert wie bisher ( für sie gilt dasselbe wie oben beschrieben).